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.. keane – under the iron sea – universal – vö. 09.06.06

also ja was erwartet man von einem zweiten album einer band, die man auf vielerlei gründe ins herz geschlossen hat? schwierige frage und ich werde sie hier auch nicht beantworten können. ich denke ich kenne keane zu gut um diesem neuen album wirklich eine neutrale chance zu geben. die songs des ersten albums werden auch weiterhin meine lieblingssongs bleiben. auch nicht verwunderlich ist es deshalb, das meine lieblingsstücke auf "under the iron sea" jene sind die sie schon seit einem jahr auf tour spielen, namentlich "nothing in my way", "hamburg song" und "try again". der rest der songs ist gut. keane halt. obwohl ich doch beim hören der ersten single "is it any wonder?" schon erstmal zweimal hinhören musste, um neben der markanten stimme von tom chaplin noch etwas keane zu finden. nach mehrmaligem hören der cd finde ich zwar den stil wieder, dennoch ist das gefühl nicht das gleiche, obwohl wie immer mastermind tim rice-oxley, er ist eigentlich das herz von keane oder besser gesagt er ist keane, hinter allem steckt. die texte sind auch eigentlich wieder wunderschön, besonders bei "leaving so soon?" und "a bad dream". aber es ist trotzdem anders.

ich habe schon mal gesagt dieses album wäre ein wasser / see / meer album und genau so denke ich immer noch. verträumt, ruhig, manchmal wellig. auch scheint dieser gedanke genau im künstlerischen konzept zu liegen. das artwork, das design der internetseite und auch in den songs selber kann man dies wieder finden. in "a bad dream" hört man unterschwellig u-boot-geräusche (oder zumindest deute ich das so), das design der homepage scheint an eine verlorene zivilisation zu erinnern und genau das spiegelt sich schon im anfangstrack "atlantic" wieder. und natürlich spielt dort auch der albumtitel mit rein. und auch hamburg liegt am wasser und der froschkönig ("the frog prince") könnte ohne das kühle nass nicht überleben.

kritiker werden das album hassen so wie sie das erste gehasst haben. kritiker hassen keane. musikmagazine in england und die boulevardpresse und radios lieben sie. so ähnlich spaltet sich auch die grosse masse. man kann keane nicht „so naja“ finden anscheinend. ich finde das album nun nicht schlecht und würde gerne die neuen songs live hören, allerdings ist auch da das gefühl nicht das gleiche. die hallen werden grösser, die fans werden mehr und das ganze wird anonymer, aber ich denke das ist der preis den man zahlen muss, wenn man eine band hat aufwachsen hat sehen und als band kennen gelernt hat die früher einen sehr engen kontakt mit ihren fans hatten. und man soll mich hier nicht falsch verstehen, nett und herzlich sind sie immer noch, allerdings wird es für sie auch immer schwerer das zu zeigen.

ich persönlich bin sehr gespannt was und wie es mit dieser band weiter geht. ich bin sehr gespannt auf das dritte album und bis dahin muss ich wohl kompromisse eingehen. persönlich und musikalisch.

esther