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.. peter coretto/verstärker - bandentreffen - milchmann rec. - vö. 17.02.06

es gibt kaum etwas, was mich in der letzten zeit mehr bewegt hat als dieses grandiose doppelalbum. und hier ist doppelalbum anders zu verstehen als normal. zwei musikgruppen der unterschiedlichsten sorte treffen hier aufeinander. peter coretto so derbe rockig und schon sehr punkig, inhaltlich sozialkritisch. erinnert mich an diese moderne schreimusik, nicht an die magdeburger teenband. nein, eher nur sehr eindringlich, direkt und gerade aus. "nicht so schön, nicht gebügelt, plattgemacht"

hingegen das quintett verstärker ist eher noisig sphaerisch, die vier instrumentalen mogwaii downer syndrom lieder auf bandentreffen habe es mir hier besonders angetan. die fünf um den herrn robert cruccolini waren 2004 irgendwie gewinner eines sprungbrett wettbewerbs. sie drängen sich nicht so auf wie peter coretto und deshalb das perfekte gegenstück. ihre stücke können mal locker 15 minuten gehen und sind sehr dick, mit melodien, nicht zerhackt, eher fließend, treibend, aufbauend und abklingend. wie so eine große welle daher kommend und gehend.

die platte ist äußerlich noch mehr erstaunenlicher. absolut schickes schnipselcover, zur cd gibt es zum normalpreis eine langspielplatte und schon freut man sich auf den anblick im plattendiscounter um die ecke. riesig, absolut auffällig und einfach unschlagbar schön. bis man auf den boden der tatsachen zurückkehr und die ernüchterung sich breit macht, daß diese dieses tolle produkt vermutlich ignorieren werden. deshalb, aber nicht deswegen ist jedem dieses kunstwerk ganz dick ans herz gelegt. bleibt noch die frage, wie es zu diesem so wunderbaren doppeldoppelalbum gekommen ist und die hoffnug, das da noch mehr kommen wird.

josef