::
plattenbauten - zurück
.. audrey - visible forms - sinnbus - vö. 17.11.06
ein gutes album im winter zu finden ist fast so schwierig, wie ende november ein schaufenster ohne weihnachtsbeleuchtung. zu weihnachten oder kurz davor setzen die meisten der musikbringer auf altbewärtes, komische neuauflagen von weihnachtsliedern und natürlich auf die langweiligen, aber praktischen weihnachtssampler. eine schöne und zugleich mutige abwechslung in diesem weihnachtseinerlei biete die band audrey mit ihrem ersten album „visible forms“. mutig, weil es nicht leicht ist das album zu begreifen, denn erst lage um lage, tonspur um tonspur enthüllt die schönheit dieser band, wie beim ausziehen, wenn man aus der kälte des winters in eine warmes zimmer kommt.
und schön, weil ein besonderer hauch filigranität, weite, nachdenklichkeit und ein wenig weiblichkeit einem entgegen strömt, wenn audrey’s „visible forms“ aus den boxen des cd-spielers tritt. die 9 lieder des debüts sind düsterer pop in reinform. pop der schwermütig auf der seele, aber leicht auf dem herzen liegt. die vier schwedinnen rebecka kristiansson, victoria skolund, emilie molin und anna tomlin von audrey verstehen was von musik und wie man besondere momente erzeugen kann. vor diesem album gab es schon eine sehr schöne selbstbetitelte ep, das album klingt allerdings schon ein wenig reifer und runder. alles in allem eine wunderschöne cd und wunderbare musik, die die schönen seiten des winters aufzeigt und einen die kalte jahreszeit verlängern lassen will, nur um sich noch ein bisschen länger mit der wärme der lieder umhüllen zu lassen.
esther