ja, war ein großer spaß. also wir haben jetzt? haben wir vier oder fünf konzerte? ?vier! das fünfte heute abend! und es war superklasse. wir sind zum ersten mal in der besetzung unterwegs und es macht unheimlich viel spaß. wir hatten für drei termine noch herrn spin mit dabei, einen berliner künstler mit seiner band, haben uns gut verstanden und ich glaube, den leuten hat`s gefallen.
und was erwartest du für heute abend?
ich erwarte meine gesamte verwandtschaft und bin mal gespannt. also heute werden wir uns noch das ein oder andere lied auf die setliste schreiben, was wir sonst nicht spielen. weil ich ja auch jetzt in berlin wohne und da muss man der stadt ein bisschen was zurückzahlen. und den leuten natürlich, die kommen..
ich habe in deinem tourtagebuch gelesen, dass der letzte? oder ich weiß gar nicht, ob es der letzte auftritt war in berlin, aber eben einer, der im tourtagebuch steht? wohl nicht so toll war?
ja, das stimmt, das war total ätzend. ich hatte das gar nicht mitgekriegt. irgendjemand hatte gesagt, wir spielen da in dem bastard-club und ich war gerade dabei, nach dem album zum ersten mal wieder live-auftritte zu machen, habe das alleine gemacht und da war halt so eine indie-disco. das war eben der falsche mann zum falschen zeitpunkt am falschen ort. und zu allem überfluss hat dann auch noch jemand vor dem auftritt mein stimmgerät von der bühne geklaut und ich hatte die ganze zeit so eine halskrause auf der bühne. und deswegen musste das mal aufgeschrieben werden. [lacht] danach war ich aber auch schon wieder in berlin, da war sehr schön, mit ken auf tour. da haben wir im knaack-club gespielt und das hat mich doch wieder versöhnt.
du bist ja vor kurzem auch von dortmund hierher gezogen. warum? gab?s dafür spezielle gründe?
ja, ich habe 10 jahre in dortmund gewohnt und 30 jahre im ruhrgebiet. und irgendwann war es auch mal zeit, etwas anderes zu sehen, irgendwie. dann sieht die welt manchmal ganz anders aus, wenn du woanders wohnst und nicht weißt, wo du deine mandarinen kaufen sollst und erst mal wieder gucken musst und überhaupt checken musst: wie komm ich denn von a nach b hier, mit welchen verkehrsmitteln? das war einfach auch, um mal wieder neue leute kennen zu lernen, eine neue stadt. und berlin ist halt als stadt einfach großartig.
und hast du schon heimweh oder vermisst du irgendwas?
ja, was ein bisschen doof ist: meine familie wohnt zum teil in nordrhein-westfahlen. ich bin onkel geworden und sehe meinen neffen jetzt nur sehr selten, was natürlich anders wäre, wenn ich da um die ecke noch wohnen würde. aber ich bin, ehrlich gesagt, auch vom letzten halben jahr bestimmt drei monate unterwegs gewesen. deswegen hat es eigentlich gar keinen unterschied gemacht, weil ich sowieso mal hier war, mal da war. und eigentlich bin ich das ganze jahr über auf achse, deswegen hatte ich noch gar keine zeit, richtig heimweh zu kriegen.
du hast ja gesagt, du warst viel auf achse: welche festivals hast du gespielt, wie war dein festivalsommer so?
ich habe diesen sommer überhaupt keine festivals spielen können, weil ich ein hörspiel geschrieben habe, zusammen mit benjamin quabeck, dem regisseur von "verschwende deine jugend" und "nichts bereuen". und das hat den ganzen sommer in anspruch genommen? also wir mussten es zu ende schreiben, wir haben es produziert und zurzeit sind wir auch noch gerade in der misch-phase? benjamin muss das jetzt machen, ohne dass ich dabei sein kann, was ein bisschen doof ist. aber wir wollten eben unbedingt die tour machen. und es war halt ein, oder ist ein sehr aufwendiges hörspiel; drei stunden wird es lang sein. und deswegen hatte ich gar keine zeit, irgendwelche festivals zu spielen.
hättest du gern welche gespielt oder gehst du allgemein gern auf festivals?
ja, es kommt natürlich immer darauf an? also wenn du im stadtteilfest in irgendwo knusenhausen spielst und die wollen da aber eigentlich lieber eine marius-müller-westernhagen-coverband haben, dann spiele ich da nicht so gerne. ansonsten, wenn du die coolen festivals meinst, da spiele ich natürlich fürchterlich gerne
und jetzt auf der neuen tour: wie haben die leute das neue album und die neuen songs angenommen?
ich glaube, ganz gut? aber wir haben halt auch viele alte stücke gespielt, weil wir jetzt zum ersten mal in dieser besetzung unterwegs sind. wir haben mit dem jan einen tollen kontrabassisten dabei und der manu spielt sehr jazzig schlagzeug dazu. und wir haben die stücke eigentlich vom sound her relativ angeglichen, sodass sich zwischen den neuen und den alten stücken nicht mehr so wahnsinnig viel tut. ja, also ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir irgendwann mal mit flaschen beworfen worden wären. [lacht] man soll sich ja aber nicht loben.
für das neue album war es ja, was ich so gelesen habe, ziemlich schwierig, ein label zu finden. bist du da jetzt zufrieden?
ja, es war nicht unbedingt schwierig, ein label zu finden, sondern es war dem ganzen umfeld von mir eben wichtig, ein label zu finden, an das man glaubt, und leute zu haben, wo man sich gut aufgehoben fühlt. ich habe für das album insgesamt vier jahre gebraucht, mit unterbrechungen, und da möchtest du dich auch nicht gleich dem erstbesten an den hals werfen. und das album ist jetzt beim "a label" aus berlin erschienen und das ist eine tolle zusammenarbeit.
und bist du zufrieden mit dem bisherigen verkauf der platte? also, kannst du von deiner musik leben?
das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie viele platten wir verkauft haben von dem ding. auf der anderen seite mache ich das seit, glaub' ich, acht jahren selbstständig als musiker. ich mache ja auch andere dinge: ich schreibe soundtracks für filme oder jetzt gerade habe ich ein hörspiel gemacht. und deswegen ist es ganz gut, dass ich nicht unbedingt darauf angewiesen bin, noch nebenbei zu kellnern oder irgendwas anderes zu machen. ich bin ja auch eine ungelernte hilfskraft, da steht mir der arbeitsmarkt nicht so offen. [lacht] deswegen ist das ganz gut, wenn man sachen machen kann, die alle mit musik zusammenhängen, mehr oder weniger, oder mit dem schreiben.
das neue album wurde ja in rezensionen öfters als "soundtrack ohne film" bezeichnet. war das auch so gewollt? es ist ja quasi ein "konzeptalbum?" über die liebe? hast du dir das also auch selbst so gedacht, als "soundtrack ohne film"?
ja, du hast ja häufig so das gefühl, wenn du einen song hörst, der dir gut gefällt, der vielleicht eine situation beschreibt oder eine szene oder meinetwegen eine gewisse zeit, in der er spielt, dass du selber deine bilder dazu im kopf hast und dich vielleicht darin wieder findest, wenn der song dir gefällt, oder irgendwas daran ist, was dich berührt. und bei dem album ist es eben so, dass die einfach thematisch alle zusammenhängen und auch alle, mehr oder weniger, von der zeit nach dem verlust von liebe handeln. es war nicht unbedingt so, dass ich das vorher gewusst habe, sondern die songs, die ich am anfang geschrieben habe, die habe ich alle gesammelt und irgendwann waren das für mich auch die stücke, die am stärksten waren und deswegen sind die auf dem album. und konzeptalbum ist ja auch so, da kotzt man ja eigentlich gleich erstmal ab, wenn man das hört, weil das klingt irgendwie nach genesis oder yes oder emerson lake & palmer. ich meine, uncooler kann man ja eigentlich gar nicht sein. [lacht] und in der reihe sehe ich mich auch nicht unbedingt, irgendwie. aber trotzdem ist es halt ein album, was thematisch zusammenhängt. konzeptalbum ist leider sehr negativ vorbelastet.
und gab es da einen persönlichen hintergrund bei den songs? es geht ja viel um trennung und so, hattest du da einen direkten hintergrund? oder, du hast ja gesagt, du hast diese lieder über die jahre gesammelt: sind die eher irgendwann nacheinander entstanden?
das ist ganz unterschiedlich. also, ich wollte halt ein album machen, was universelle erfahrungen zusammenfasst. also nicht irgendwie die geschichte von jemandem, der als erster mensch auf dem mond gewesen ist und sich super fühlt, sondern halt dinge, wo man eigentlich davon ausgehen kann, dass, wenn du nicht gerade deine sandkastenliebe geheiratet hast, du diese erfahrungen kennst und dass du dich deswegen auch vielleicht wieder finden kannst in der musik. und das ist beim songwriting auch ganz unterschiedlich, wo die ideen herkommen. manche hast du vielleicht selbst erlebt, andere hast du irgendwo gelesen, sind vielleicht dinge, die jemand anderem passiert sind. und es kann, was ganz oft vorkommt, einfach irgendwas total fiktives sein. du fängst halt an mit irgendeinem satz, der dir gut gefällt, und hast keine ahnung, wo der hinführen soll und dann denkst du: "ach, mach" ich mal wieder ein trauriges liebeslied, hab? ich sowieso die letzten zwei jahre gemacht?. und dann hast du eins, ohne dass es irgendwas mit dir selbst zu tun hätte. also songwriting ist halt für mich mehr ein handwerk als tagebuch veröffentlichen.
du hast ja jetzt schon für mehrere filme soundtracks gemacht. erstmal: wie kam es dazu? und dann: was machst du lieber? jetzt konkret ein album für dich, für deine band, oder eben soundtracks?
das sind zwei unterschiedliche paar schuhe. also soundtracks machen natürlich unheimlichen spaß, weil man, wenn man fertig ist, am ende einen film auf einer leinwand sehen kann und die musik im dolby surround sound hat. und wenn du dann den helden siehst, der sich 80 minuten lang abgekämpft hat, und du hast die ganze zeit mit ihm gefiebert und dann kommt halt dein song - das ist natürlich toll. auf der anderen seite ist es natürlich etwas anderes, weil du in einem team arbeitest. der musiker ist zwar hoffentlich wichtig, wenn er seinen job macht, aber er ist eben nur ein kleines rädchen von ganz vielen, die ineinander greifen müssen. und die arbeit selbst beginnt dann, wenn der film fertig ist. dann kriegst du halt einen rohschnitt. du machst natürlich eine vorbesprechung, irgendwie, aber eigentlich geht die arbeit los, wenn alles vorbei ist. dann sitzt du die ganze zeit in deinem studio schlecht beleuchtet, schlecht belüftet und machst da den soundtrack. das ist halt auch einfach arbeit, die du dann machst, zusammen mit dem regisseur natürlich und mit dem produzenten, wo man irgendwie einen weg finden muss, eine gemeinsame sprache zu entwickeln. wenn ich ein album mache mit musikern, dann kann ich sagen: "lasst uns mal ein stück machen, was so klingt wie, meinetwegen, die beatles", und dann wissen hoffentlich die meisten, was sie dann tun müssen an ihren instrumenten. wenn dir aber jemand vom film sagt: "ich möchte da irgendwie ein akkordeon drin hören, in dem lied", dann heißt das noch lange nicht, dass die ein akkordeon meinen. das kann auch eine klarinette sein. das sind ja leute, die sich nicht tagtäglich mit musikfachspache auseinandersetzen. und deswegen ist das auch immer so ein prozess, da eine gemeinsame sprache zu finden? was aber auch sehr spannend sein kann, weil dann sagst du vielleicht nachher: "das ist nicht schlecht, aber das muss mehr wie gerührter jogurt klingen". und für außenstehende ist das total unverständlich, aber für die leute, die diese sprache entwickelt haben, ist dann ganz klar, was gemeint ist.
jetzt war ja der letzte soundtrack zu "kammerflimmern" zusammen mit blackmail. wie kam es dazu? kanntet ihr euch schon länger oder seid ihr extra für diesen film zusammengekommen
also ich bin seit jahren ein großer fan von blackmail. das ist eine ganz fantastische band und der hendrik hölzemann, der regisseur von "kammerflimmern", hatte mich halt gefragt, ob ich musik machen will. er wollte aber neben dem soundtrack, oder dieser klassischen score-musik, diesen instrumentalen, unbedingt lieder da drin haben und hat mich halt gefragt, ob ich auf englisch singen möchte und da hab? ich ja gesagt. wir haben aber beide das gefühl gehabt, dass uns da noch was fehlt: nämlich eine band, die das seit jahren macht und die das gut macht. und dann hab? ich hendrik blackmail vorgeschlagen und so sind wir zusammengekommen.
und gibt`s jetzt schon wieder neue soundtrack-projekte? du hast ja jetzt als letztes dieses hörspiel gemacht und hast du da nun schon wieder neue pläne?
ne, im moment habe ich irgendwie alle sachen nach hinten gedrängt, weil ich live spielen möchte. das ist zwar eine schöne arbeit, filmmusik zu machen, aber du bist halt auch die ganze zeit eingebunden und kannst nicht richtig planen, weil du nie weißt, wann der film denn fertig ist. man kalkuliert vielleicht, dass die in drei monaten den film geschnitten haben. und das ist ja die phase, wo du dann auch dabei bist und die musik machst. aber vielleicht kommen die ja überhaupt nicht zu potte und dann dauert?s auf einmal 12 monate. in der zeit musst du aber die ganze zeit gewehr bei fuß sein und sachen für den film machen. das heißt, du kannst keine tour planen und bist die ganze zeit darauf angewiesen, dass du auch in diesem zeitrahmen, in dem gesamten produktionsrahmen, funktionierst. und im moment hab ich so einen spaß, live zu spielen? also vielleicht schreibe ich noch ein paar sachen nebenbei. das hörspiel war halt irgendwie eine sehr gute ablenkung. das habe ich zum teil geschrieben, während wir das album gemacht haben, wenn gerade nichts zu tun war. aber bei so einem film kann man schlecht sagen: ?ah, ich hab? jetzt nicht so bock, ich möchte jetzt gern mal auf tour gehen, irgendwie... dann springt einem der produzent an den hals.
kannst du dir musikalisch vorstellen, in zukunft mal wieder was mit hip-hop zu machen, weil das waren ja eher so deine wurzeln?
das ist eine gute frage, da habe ich neulich auch drüber nachgedacht. also hip-hop war für mich vielleicht mit die wichtigste begegnung mit musik überhaupt, weil ich da zum ersten mal gedacht habe: das kann ich auch. weil das für mich eher so was war wie punk-rock: du kaufst dir so einen sampler, machst beats und rappst. jeder depp kann rappen, irgendwie. das war zumindest das, was ich damals gedacht habe. das war eine zeit, so anfang der 90er, wo hip-hop noch nicht definiert war. da gab es keine hip-hop-plattenfirmen, da gab es keinen markt dafür. es war nur klar: hip-hop ist in amerika ein großes ding und irgendwie würde sich das in deutschland auch entwickeln. und ich habe das halt so außerhalb jeglicher szene für mich gemacht. ich komme aus einer stadt, wo man mit hip-hop nicht unbedingt konfrontiert war, und hatte da für mich so meinen spaß. ich habe aber die hip-hop-szene in teilen als sehr sehr engstirnig kennen gelernt und mich auch immer sehr unwohl gefühlt. also seltsamerweise sind es die leute, die ich selber sehr schätze, für das was sie musikalisch machen, und die ich dann vielleicht auch mal persönlich getroffen oder kennen gelernt habe, die sind alle sehr entspannt und cool. aber so diese leute, die dann dahinter standen, in der zweiten oder dritten reihe, da waren so ganz komische ego-probleme. also "hip-hop ist", hat curse ja immer gesagt, "kampfsport", oder "rap ist kampfsport". und das stimmt auch, aber ich mache musik, um spaß zu haben, um freude zu haben, und nicht wegen irgendeiner form von wettkampf. also ich mag das auch irgendwie, wenn sich leute battlen und gegenseitig dissen. das ist halt auch eine form, die mir gefällt, aber mittlerweile ist eben, ehrlich gesagt, nur noch sehr wenig übrig geblieben, was mir wirklich gefällt. und es ist auch so: im moment sind wir alle gerade total auf dem country-film. wir mögen gerade country- und rockabilly-sachen. und wenn ich jetzt wieder anfangen würde, hip-hop zu machen, dann kommen sie auf einmal wieder an mit ihren viel zu weiten hosen, stellen sich vor die bühne und sagen: "eeeh, kann ich? freestyle machen?" und das brauch` ich nicht. [lacht]
hörst du im moment auch noch irgendwelchen hip-hop? oder welche platten hörst du überhaupt so im moment? also, du hast ja gerade gesagt country und so? was da genau?
es gibt natürlich immer noch sachen, also hip-hop-sachen, die ich großartig finde. eminem finde ich zum beispiel ganz fantastisch und aus deutschland gefallen mir "a main concept" unheimlich gut. und "too strong" haben auch ein neues album gemacht, aus dortmund, wo ich ja auch herkomme. also ich höre mir schon alles an an musik, aber es ist nicht unbedingt das, was mir dann, gerade hip-hop, die zündenden ideen gibt. sondern ich denke dann so: "ah, ok, das ist das, was gerade passiert." oder "oh gott, das ist das, was gerade passiert. da sind wir also schon angekommen." eigentlich höre ich alles an musik. ich mag gerne singer-/ songwriter-sachen, ich mag gerne die beatles, ich mag gern country? ich glaube, das einzige, was ich nicht mag, ist heavy-metal. [lacht]
auf deiner homepage gibt`s ja auch einige plattenempfehlungen. die sind ja musikalisch sehr breit gestreut, sozusagen, aber was mir aufgefallen ist: sehr viele alte sachen. hörst du hauptsächlich eher ältere musik oder sind das nur so die all-time-favourites, die dann auf der homepage stehen?
ne, das ist tatsächlich so, dass ich hauptsächlich ältere musik höre, weil ich auch überhaupt keine ahnung von aktueller musik habe. also weil das irgendwie alles an mir vorbeigeht. ich habe kein fernsehen, höre wenig radio und wenn ich dann mal aktuelle musik höre und den künstler nicht schon kenne, sind es meist irgendwie freunde oder bekannte, die sagen: "diesen oder jenen musst du dir mal anhören". ich glaube, dass gute musik eine gewisse halbwertszeit übersteht. also ich glaube, dass ganz viel musik, wo man jetzt gerade denkt: "das ist das größte, was die welt je gehört hat", wenn man das im abstand von fünf oder sieben jahren hört, wird man feststellen, dass das ganz große grütze und vollkommen überschätzt gewesen ist und dass es einfach den test der zeit nicht bestanden hat. und die alben, die ich höre aus den 70ern, die sind, gott, die sind so alt wie ich. wenn die immer noch gut sind, dann müssen die gut sein, dann werden die auch noch in 20 jahren gut sein.
du hast ja gerade gesagt, du beobachtest die aktuelle szene eher nicht so, aber trotzdem: im moment sind ja deutsche bands wieder ganz groß gefragt. wie stehst du da so zu? also siehst du da irgendwie auch eine chance für dich, ein bisschen bekannter zu werden, oder denkst du, das sind wieder nur die großen plattenfirmen, die dann eben ihre bands pushen
äh, ich weiß gar nicht. ich verfolge das, ehrlich gesagt, nicht wirklich. also ich habe kein fernsehen? da tauchen immer mal namen auf und ich höre was im radio. und manches gefällt mir und manches gefällt mir nicht, aber ich habe nie das gefühl oder bedürfnis gehabt, mich da irgendwo einzureihen, in irgendeiner reihe. weil es ist immer schon so, seit ich als lee buddah musik mache, dass es eine mischpoke aus allem möglichen ist. das kann halt hip-hop sein, das kann dieses oder jenes sein, das kann country sein, das kann blues sein? und das, was ich da so gerade höre, ganz ehrlich, ist was, wo ich mich nicht sehe, überhaupt nicht. also natürlich möchte ich, dass viele leute zu den konzerten kommen, natürlich möchte ich platten verkaufen, aber vieles davon ist für mich eine modifiziere form von deutschrock, auf die ich überhaupt nicht stehe?
gut, das war`s schon. vielen dank für das interview